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By Kai Marquardsen

Soziale Beziehungen sind im Zeichen der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik in mehrfacher Hinsicht gefährdet. So hat sich zum einen der soziale Druck auf Erwerbslose verstärkt. Zum anderen werden soziale Netzwerke vermehrt als Substitut zur staatlichen Leistungsgewährung herangezogen und so potenziell überfordert. Doch von einer pauschalen Gefährdung sozialer Netzwerke kann nicht die Rede sein. Kai Marquardsen zeigt, dass Erwerbslose als aktive Gestalter ihrer sozialen Beziehungen auftreten. Sie knüpfen Kontakte, pflegen oder geben sie entsprechend ihrem Bedarf nach sozialer Unterstützung auf. In ihren sozialen Netzwerken entwickeln und praktizieren sie dabei substitute Strategien der Herstellung von Anerkennung und sozialer Zugehörigkeit jenseits der Erwerbsarbeit.

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4 Zwischenfazit: Forschung über Arbeitslosigkeit Zunächst lässt sich auf einige Kontinuitäten in der bisherigen (qualitativen) Forschung über Erwerbslosigkeit verweisen. Eine solche Kontinuität besteht hinsichtlich der empirischen Typen, die in den oben genannten Studien identifiziert werden. So repräsentieren die Typen jeweils verschiedene (und zwischen den Studien in weiten Teilen vergleichbare) Erscheinungsformen ‚gebrochener‘ Lebensgeschichten. Wie Kronauer betont, handelt es sich bei diesen Typen nicht um eine zeitliche Abfolge verschiedener Phasen (Kronauer 2002a, S.

Die Tatsache, dass die Individuen viel zu verlieren haben, macht sie in hohem Maße ‚erpressbar‘. Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund, dass die Wirkungsweise des Prinzips der Aktivierung in der Arbeitsmarktpolitik bislang kaum ausreichend reflektiert worden ist. Hier lässt sich zunächst feststellen, dass viele ihrer Instrumente gar nicht neu sind, sondern schon lange zum gängigen Methodenrepertoire der Arbeitsmarktpolitik gehören. Die arbeitsmarktpolitische Neuausrichtung besteht vielmehr unterhalb der Ebene konkreter Instrumente und Maßnahmen, in der Fokussierung auf das individuelle Verhalten der Arbeitslosen, das zum Bezugspunkt der arbeitsmarktpolitischen Intervention wird (vgl.

Kommen die Individuen dieser Pflicht nicht 42 II Begriffliche und theoretische Grundlagen nach, sollen sie auch die Konsequenzen ihres ‚asozialen‘ Verhaltens selbst tragen. Arbeitslosigkeit wird so als Folge individueller Verhaltensdefizite interpretiert (vgl. Aust/Müller-Schoell 2007) und die Verantwortung für das eigene Arbeitsmarktschicksal (und damit letztlich für die gesellschaftliche Misere der Arbeitslosigkeit) individualisiert (Brütt 2003, S. 650). Die Aktivierungslogik basiert auf der Annahme, dass das Problem der Arbeitslosigkeit im Wesentlichen auf die mangelnde Motivation und Konzessionsbereitschaft der Arbeitslosen zurückzuführen ist: Der Begriff der ‚Aktivierung‘ suggeriert, dass sich die Arbeitslosen in einem Zustand der Passivität befinden, aus dem es sie wachzurütteln gilt.

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